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NS-Herrschaft in Südtirol : die Operationszone Alpenvorland 1943 - 1945

by Margareth Lun

  Book

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Lun, NS-Herrschaft in Südtirol. Die Operationszone Alpenvorland 1943-1945   (2009-04-03)

Poor

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by MichaelWedekind

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Bis in die 1990er Jahre hatte die deutsche Besatzungsherrschaft in Italien zwischen 1943 und 1945 als stark vernachlässigtes Forschungsgebiet der deutschsprachigen Geschichtswissenschaft und im wesentlichen als langjährige Domäne italienischer Historiker zu gelten. Seither ist hierin ein namhafter Wandel eingetreten. Die engagierten Arbeiten von Gerhard Schreiber sowie die Untersuchungen Lutz Klinkhammers haben daran bedeutenden Anteil. Unverändert bestand indes ein Wahrnehmungsdefizit hinsichtlich der nationalsozialistischen Okkupationspolitik in den deutschen Sonderverwaltungsgebieten im Norden und Nordosten Italiens (Operationszonen „Alpenvorland“ und „Adriatisches Küstenland“), die erstmals von Karl Stuhlpfarrer 1969 untersucht wurden. In jüngster Zeit hat sich indes der Kenntnisstand auch in Hinblick auf die beiden norditalienischen Zivilverwaltungsgebiete deutlich erweitert.

Etwas verzögert gegenüber den im Erinnerungsjahr 2003 erschienenen Arbeiten zu diesem Thema [1] hat Margareth Lun 2004 eine Studie zur „NS-Herrschaft in Südtirol“ vorgelegt. Die Arbeit wurde von der Innsbrucker Leopold-Franzens-Universität als Dissertation angenommen, von Michael Gehler betreut und durch Helmuth Reinalter mitbegutachtet. Druckkostenzuschüsse der Tiroler und Südtiroler Landesregierung sowie des österreichischen Bundeskanzleramtes haben die Publizierung beim Innsbrucker „Studien-Verlag“ ermöglicht. Das Werk ist als Band 22 in die von Rolf Steininger herausgegebenen „Innsbrucker Forschungen zur Zeitgeschichte“ aufgenommen worden.

Mit den italienischen Nachbarprovinzen Trient und Belluno war Südtirol seit September 1943 administrativ zur „Operationszone Alpenvorland“ zusammengeschlossen und einer zivilen Besatzungsverwaltung durch den Nordtiroler Gauleiter Franz Hofer unterstellt. Mit dieser vom übrigen deutsch besetzten Italien abweichenden Form der Okkupationsherrschaft verbanden sich keineswegs militärisch-strategische Erwägungen, sondern (insbesondere bei den verantwortlichen Innsbrucker Machtgruppen) langfristige annexionistische und bevölkerungspolitische Intentionen, die sich nachdrücklich im Lichte allerjüngster Archivfunde erhellen. Bei seinerzeit noch sechzig Prozent deutschsprachiger Bevölkerung und stark abweichenden soziokulturellen Bedingungen nahm die Provinz Bozen eine deutliche Sonderrolle innerhalb der Operationszone ein. Diese ist im wesentlichen durch eine starke Identifizierung und Solidarisierung der Deutsch-Südtiroler mit dem Okkupationsregime sowie durch die Machtausübung einer von den „Volksdeutschen“ getragenen regionalen nationalsozialistischen Stellvertreterorganisation gekennzeichnet. Es sind gerade diese Aspekte des Südtiroler Sonderfalls, die auf Grund von vielfach unverändert restriktiven Quellenzugängen und gesellschaftlichen Verdrängungsmechanismen noch immer Forschungsdefizite aufweisen.

Im Bemühen um thematische Vollständigkeit hat Margereth Lun ein Werk von imposantem Umfang verfaßt. Es spannt den Bogen von den politisch-militärischen Voraussetzungen der deutschen Besetzung Italiens bis hin zur deutschen Teilkapitulation an der Südfront vor dem Hintergrund des Zerfalls des „Dritten Reiches“. Die Autorin präsentiert Organisation und Aktanten des nationalsozialistischen Besatzungsregimes und schildert dessen vielschichtiges Verwaltungshandeln. Sie beschreibt dessen Auswirkungen auf die Bevölkerung, beleuchtet Aspekte der Kollaboration und des Widerstandes ebenso wie Formen und Opfer von Repression und ideologischer Verfolgung.

Indes: In der Breite dieses Themenspektrums sind Anteile eigenständiger Untersuchung der Autorin nur sporadisch zu erkennen. Substantiell neue Erkenntnisse beschränken sich auf schmale Detailhinweise zu einigen sekundären militärischen Aspekten.[2] Der ausgebreitete Wissensfundus des Bandes ist vielmehr in hohem Maße eklektisch aus der Sekundärliteratur zusammengetragen. Die Verfasserin drapiert ihn mit überwiegend bereits bekannten Quellenzitaten, die trotz anderslautender Herkunftsangaben ebenfalls vielfach entlehnt wurden (vgl. z.B. S. 491 u. 492, Anm. 1210 u. 1267). Weiteste Passagen sind nicht mehr als eine Kollage oberflächlich paraphrasierter, bisweilen wörtlicher Übernahmen aus Vorgängerstudien (hier ist nicht zuletzt jene des Rezensenten zu nennen). [3] In einer Vielzahl von Fällen weist Margareth Lun die Provenienz ihrer umfänglichen „Entlehnungen“ nicht, nur summarisch oder formal unzutreffend nach. Zudem unterläßt sie es, einige in der Arbeit immer wieder herangezogene Referenzwerke im Literaturverzeichnis zu vermerken.[4] Angesichts der Aneignung fremder Forschungserträge ist der Verfasserin die Mißachtung von Grundsätzen guter wissenschaftlicher Praxis vorzuhalten, wie sie etwa von der Deutschen Forschungsgemeinschaft formuliert wurden. Eine autonome wissenschaftliche Leistung wird mit der vorliegenden Studie kaum erbracht.

Margareth Luns methodischer Ansatz beruht im wesentlichen auf archivalischer Quellenforschung, sieht man von einigen, kaum gewinnbringenden Zeitzeugenbefragungen (S. 529) ab. Ansonsten aber gründet die Arbeit auf vertrauter archivalischer Quellenbasis; selbst die inzwischen im Staatsarchiv Bozen verwahrten Akten des „Sonder­gerichts für die Operationszone Alpenvorland“ waren bereits durch Publikationen aus anderer Feder bekannt (vgl. S. 17). Ausweislich des etwas ungeordneten und überproportioniert angelegten Quellennachweises hat sich die Autorin auf lediglich vier Archive (Bundesarchiv, Berlin; Militärarchiv, Potsdam; Zentrales Italienisches Staatsarchiv, Rom; Staatsarchiv Bozen) beschränkt. Einige besonders aufschlußreiche Bestände wurden dabei außer Acht gelassen, darunter die seit mehreren Jahren teilweise zugänglichen Akten der Präfektur Bozen. Deren Berücksichtigung hätte ihr unter anderem ein weniger günstiges Bild von der Lage der italienischen Bevölkerungsgruppe in Südtirol während der deutschen Besatzungszeit vermitteln können.

Nicht einbezogen wurden die einschlägigen Kirchenarchive der Region und – wichtiger noch – die reichlich überlieferte kommunale Verwaltungsdokumentation. Dabei hätte die regionalgeschichtliche Ausrichtung der Studie erwarten lassen, daß gerade diese administrative Ebene stärker als bisher in den Blick genommen worden wäre. In ausgewählten lokalen Untersuchungskontexten hätten sich Praxis und Auswirkungen nationalsozialistischer Besatzungsherrschaft ebenso intensiv erfassen und analysieren lassen wie Formen von Solidarisierung, Dissens und Widerstand der Bevölkerung oder Kontinuitäten und Brüche über die Zäsurjahre 1943 und 1945 hinweg. Hier hätte ein Potential für eine quellennahe, den bisherigen Kenntnisstand tatsächlich erweiternde Studie gelegen. Den Erkenntniswert eines solchen Analysezugriffs für den Besatzungsraum Südtirol hat 1994 bereits Hans Heiß’ gedrungene Skizzierung des Fallbeispieles Brixen gewiesen.[5]

Die Autorin versagt sich jener diskursiven Konvention ihrer Disziplin, Erkenntnisinteressen, untersuchungsleitende Fragen und Methode der eigenen Studie in der aktuellen Fachdiskussion zu verorten und im Kontext der bisherigen Forschung zu erörtern. Vielmehr antizipiert sie bereits in der Einleitung gleichsam als Dictum Wertungen „ihrer“ Arbeitsergebnisse. Insofern schien offenbar auch eine abschließende resümierende Überschau verzichtbar, in der Untersuchungserträge konzis zu benennen und zu reflektieren gewesen wären.

Überhaupt läßt Margareth Lun eine scharfe sachliche Strukturierung und analytische Durchdringung der angerissenen Fragenkomplexe oft ebenso vermissen wie Stringenz von Gedankenführung und Argumentation. Bereits der eigentliche Untersuchungsgegenstand der Arbeit ist zunächst unklar, insofern divergierende Raumtermini im Titel des Werkes („Südtirol“ vs. „Operationszone Alpenvorland“) gänzlich unterschiedliche Analyserahmen setzen. Auch gelingt es der Verfasserin nur sporadisch, selbständig von der rein deskriptiven Ebene zu einer Abstrahierung und Problematisierung der oft weitschweifig ausgebreiteten Fakten vorzustoßen. Die fast ausschließlich narrative Darstellung bleibt oberflächlich und trägt nicht selten das Kolorit dilettierender Heimatkunde. Oftmals zerrinnt die Auseinandersetzung mit zentralen Aspekten des Betrachtungszeitraumes im Episodenhaft-Redundanten. Der Autorin erschließt sich offenbar nicht die politische Dimension der geschilderten deutschen Interventionen und deren Implikationen für die Bevölkerung. Gravierender aber wirkt eine Fülle von sachlichen Fehlern und Widersprüchen [6], die verschiedentlich zu prekären Mißdeutungen führen.

An Verläßlichkeit büßt die Arbeit Luns zusätzlich durch ihr deterministisches Erkenntnisinteresse und ihre zumeist einseitige Faktenpräsentation ein. Der Band wird getragen von einem tendenziell ethnozentrisch orientierten Geschichtsverständnis. Die „nationale Kategorie“ avanciert zum interpretativen Referenzwert. Luns Deutungen sind demzufolge oft unausgewogen und monokausal verengt, sofern sie nicht gar auf unverifizierten Annahmen gründen (so etwa die Mutmaßung, „ein beträchtlicher Teil der italienischen Volksgruppe [sei] als überzeugte Faschisten“ nach Südtirol eingewandert; S. 359 [7]). Die Verfasserin greift den etablierten national-konservativen Topos von der Geschichte Südtirols im Zwanzigsten Jahrhundert als einer Geschichte der Fremdbestimmung wieder auf. Dies zwingt sie ebenso wie andere Autoren vor ihr, Mitverantwortlichkeiten der Deutsch-Südtiroler zu relativieren, zu minimieren oder gänzlich auszublenden.

So ist ihr Buch trotz des Umfangs auch ein Buch des Verschweigens: Anmerkungen zu der zunächst weit verbreiteten Euphorie, Aufbruchsstimmung und Kollaborationsbereitschaft vieler Deutsch-Südtiroler während der ersten Monate unter nationalsozialistischer Besatzungsherrschaft drängt die Verfasserin auf einen Satz zusammen (S. 44). Nichts liest man hingegen von NS-Sympathien an der Spitze der Südtiroler Geistlichkeit, nichts von der 1940 einsetzenden Zusammenarbeit von SS- und Polizeistellen mit der Arbeitsgemeinschaft der Optanten (AdO) hinsichtlich der Auslieferung von Juden an die Gestapo, nichts von der peniblen „rassisch-politischen“ Vorerfassung durch Umsiedlungsbürokratie und AdO, wodurch gerade Südtirol die erste deutsche Verhaftungsaktion von Juden im besetzten Italien erlebte — und dies unter maßgeblicher Beteiligung lokaler Kräfte.

Gänzlich unbefriedigend sind Luns knappe Hinweise auf die regionale NS-Stellvertreterorganisation „Deutsche Volksgruppe Südtirol“ (DVS) als eine der zentralen Herrschaftssäulen des Besatzungsregimes in der Provinz. Es ist ein Versäumnis der vorliegenden Arbeit, die Forschung auf diesem wichtigen Feld (insbesondere hinsichtlich Funktion, Wirken, Wahrnehmung und volkstumspolitischer Zielperspektiven der DVS) nicht vorangebracht zu haben. Die leider immer noch politischen Rücksichten geschuldete Ungunst lokaler Quellenzugänge ist bekannt. Margareth Lun reflektiert diesen Aspekt indes nicht, ebenso wenig wie sie hier methodische Alternativen in Erwägung zieht, die sich etwa mit der oral history oder auch nur in einem seriellen prosopographischen Zugriff geboten hätten. Die Autorin läßt das ideologisch und organisatorisch ganz am Nationalsozialismus ausgerichtete Hauptinstrument deutscher Herrschaftssicherung in Südtirol gewissermaßen als exogen implementiert erscheinen und stellt kaum genuin lokale Ursprünge und Verwurzelungen in der Gesellschaft heraus. Fast völlig übergangen werden ideologischer Hintergrund und die mit Absicherung von Kollaborationsbereitschaft, Nazifizierung von Staat und Gesellschaft sowie „Rückdeutschung“ umrissenen Funktionsfelder der DVS. Mehrfach hingegen hebt die Verfasserin auf die politisch-kulturellen, später dann administrativen und ökonomischen Partizipationsmöglichkeiten, auf „Erleichterungen“ und auf die Rückerstattung von zahlreichen „Grundrechten“ ab, welche den Deutsch-Südtirolern ansatzweise 1939, insbesondere aber seit 1943 durch die NS-Besatzungsherrschaft und das Wirken der „Deutschen Volksgruppe“ zuteil geworden seien. Die nationalsozialistische Okkupation erscheint Lun geradezu als antizipiertes Modell der Gewährung ethnischer Minderheitenrechte (siehe hierzu S. 16, 22, 30-32, 57, 115, 182, 184 u. 359).

Das verführerische Potential einzelner, sektoral betrachteter Interventionen des NS-Regimes findet offenkundig noch immer Gesinnungsmilieus, in denen es verfängt — Milieus, die in ihren relativierenden Deutungen die indiskutable, bedrückende Unrechtssignatur des Regimes ausblenden. Gewiß erwähnt die Verfasserin – wenn auch mit Detailfehlern – beispielsweise die Vergeltungsaktionen der Südtiroler Polizeiregimenter oder das Grauen im Polizeilichen Durchgangslager Bozen-Gries; doch ist generell ein Bemühen um Minimierung deutscher und Südtiroler Verantwortlichkeiten unverkennbar. In Luns vielfach verharmlosenden, ja apologetischen Ausführungen, aber auch in den unausgewogenen thematischen Gewichtungen der Arbeit verschwimmt die singuläre Qualität der NS-Diktatur. Mehrfach verweist die Verfasserin darauf, daß die deutschsprachige Bevölkerungsgruppe Südtirols die Besetzung des Landes im Spätsommer 1943 weithin als Befreiung empfunden habe. Trotz ausführlicher Beschreibung des Kriegsendes findet sie hingegen keine Worte dafür, daß die eigentliche Befreiung von faschistischem und nationalsozialistischem Unrecht, von Willkür und Oppression, von politischer und rassischer Verfolgung, von Gewalt und physischer Vernichtung, aber auch die Chance zum Aufbau einer demokratischen Zivilgesellschaft einzig den im Mai 1945 einmarschierenden alliierten Streitkräften zu danken ist. Hieran gibt es nichts zu deuteln, und hieran vermag auch eine einseitig interpretatorische Fixierung auf die nach Kriegsende fortbestehende ethnische Konfliktlage in Südtirol nicht zu rütteln.

Sprachlich kennzeichnet sich Luns Darstellung häufig durch mangelnde Distanz zur ideologisch gefärbten zeitgenössischen Diktion und zu politisch rechtsständigen Wortschöpfungen (z.B. S. 320: ein „Bauerndorf [...], das von den Bolschewisten überrollt wurde“; S. 13: „Deutsch-Belgien“). Neben zahlreichen Interpunktionsfehlern, grammatischen und stilistischen Schwächen und Skurrilitäten[8] fallen hermetische Sinnbezüge[9] sowie zahlreiche Redundanzen in Form längerer, im Wortlaut identischer Wiederholungen[10] auf. In formaler Hinsicht sind fehlerhafte Literatur- und Quellenzitate, Mängel und Unvollständigkeiten im Schrifttums-, Abkürzungs- und Ortsnamenverzeichnis sowie das gänzliche Fehlen von Seitenangaben im lückenhaften und schlecht geordneten Namensindex zu erwähnen. Im Anmerkungsapparat verwirrt die Verwendung divergierender oder unerläuterter Sigel für benutzte Archivbestände.[11]

Luns Arbeit darf mit Fug als Regression hinter einen inzwischen generell anerkannten (im übrigen: mühsam erworbenen) Kenntnisstand bezeichnet werden. Nicht neue historische Erkenntnisse charakterisieren ihre Veröffentlichung, sondern eher ein Bemühen um Neubewertung geschichtlicher Vorgänge und Anspruch auf deren Deutungshoheit. Hierin liegt ihre einzige Originalität. Der akademische Betreuer der Dissertantin ebenso wie die rezensierende Südtiroler Tages- und Wochenpresse und der Innsbrucker „Studien-Verlag“ haben Luns Werk als gewichtigen historiographischen Lückenschluß gewürdigt. Ein solches Urteil frappiert. Es wird dem schlichten Niveau einer oft fehlerbehafteten und vielfach tendenziösen Arbeit nicht gerecht, die nahezu ausschließlich reproduzierend den bekannten Forschungsstand resümiert. Dies vermag weder dem Wissenschaftsverständnis des Historikers noch dem Qualitätsanspruch sachinteressierter Leser zu genügen. Eine wissenschaftlichen Standards entsprechende Geschichte Südtirols unter dem nationalsozialistischen Besatzungsregime harrt einer anderen Feder.

 

 

Michael Wedekind

 

Dr. Michael Wedekind, Historisches Seminar der Universität Münster, Domplatz 20-22, D-48143 Münster

 

 (review published in: Geschichte und Region / Storia e regione, 2/2006, pp. 182-189)



[1] Giuseppe Ferrandi / Walter Giuliano (Hg.), Ribelli di confine: la Resistenza in Trentino, Trient 2003; Gerald Steinacher (Hg.), Südtirol im Dritten Reich: NS-Herrschaft im Norden Italiens (1943-1945) / L’Alto Adige nel Terzo Reich: l’occupazione nazista nell’Italia settentrionale (1943-1945), Innsbruck 2003; Michael Wedekind, Nationalsozialistische Besatzungs- und Annexionspolitik in Norditalien 1943 bis 1945: Die Operationszonen „Alpenvorland“ und „Adriatisches Küstenland“, München 2003.

[2] Sie betreffen die Wehrmacht-Militärkommandantur Bozen, die Standortkommandanturen in Südtirol, lokalen Personalmangel der Wehrmachtverkehrsdirektion sowie die Lazarettstadt Meran (S. 130-136, 288-290, 310-315, dazu auf S. 441, 443-446 und 457 wenig aussagekräftige Personalbesetzungslisten).

[3] Nur beispielhaft seien für wörtliche Übernahmen ohne Provenienznachweis angeführt: Margareth Lun, NS-Herrschaft in Südtirol. Die Operationszone Alpenvorland 1943-1945, Innsbruck 2004, S. 22-23 / Josef Fontana, Die Ladinerfrage in der Zeit 1918 bis 1948, in: Ladinia 5. Jg. (1981), S. 151-220, hier S. 171-173; Lun, S. 181 / Walter Freiberg, Südtirol und der italienische Nationalismus. Teil 1, Innsbruck 1989, S. 163; Lun, S. 243 / Josef Gelmi, Fürstbischof Johannes Geisler und die Jahre 1943-1945, in: Der Schlern 56. Jg. (1982), S. 145-156, hier S. 145; Lun, S. 35 f. / Gerhard Schreiber, Die italienischen Militärinternierten im deutschen Machtbereich 1943-1945: Verraten – verachtet – vergessen, München 1990, S. 101 f.; Lun, S. 328 / Gerald Steinacher, Das „Sondergericht für die Operationszone Alpenvorland“ 1943-1945, in: ders. (Hg.), Südtirol im Dritten Reich (wie oben, Anm. 1), S. 259-274, hier S. 262; Lun, S. 27 sowie 42 / Karl Stuhlpfarrer, Die Operationszonen „Alpenvorland“ und „Adriatisches Küstenland“ 1943-1945, Wien 1969, S. 14 sowie 24. – Besonders eklatant aber schließlich Lun, S. 118-120 sowie 264-266 und passim / Wedekind, Nationalsozialistische Besatzungs- und Annexionspolitik (wie oben, Anm. 1), S. 288-292 sowie 229-234 und passim.

[4] So Wedekind, Nationalsozialistische Besatzungs- und Annexionspolitik (wie oben, Anm. 1), und Steinacher, Sondergericht (wie oben, Anm. 3).

[5] Hans Heiss, Brixen 1943-1945, in: Der Schlern 68. Jg. (1994), S. 538-560.

[6] Siehe z.B. die widersprüchlichen Ausführungen zur Zahl der Deutschlandumsiedler (S. 24), zum wichtigen Aspekt des Machtverhältnisses zwischen Zivilverwaltung und dem regionalen SS- und Polizeivertreter (S. 105 vs. S. 141 u. 144), der irrig als „Oberster SS- und Polizeiführer Alpenland“ bezeichnet wird (S. 144). Ähnlich gegensätzliche Informationen beispielsweise auch zur Frage der Einführung ladinischer Ortsnamen unter der deutschen Besatzung (S. 183 vs. S. 211). Als Beleg für zahlreiche kleinere Sachfehler mögen folgende Hinweise genügen: Auslegung des Terminus „fascismo del ventennio“ als „Faschismus der Zwanzigerjahre“ (S. 204); „Bezirkshauptmannschaft Tirol“ statt „Kronland Tirol-Vorarlberg“ (S. 208); Erwähnung des Hitler-Porträtisten Hubert Lanzinger als „Hubert Lanziner“ (S. 242 u. 571), des Landesführers des Südtiroler Ordnungsdienstes, Fred Neumann, als „Fred Naumann“ (S. 166, 465, 477 u. 578), des Deutschen Gesandten in Zagreb, Siegfried Kasche, als „Siegfried Kaschke“ (S. 88); als Stätten von Vergeltungsaktionen des Polizeiregiments „Bozen“ in der Provinz Belluno werden fälschlich statt Sappade die deutsche Sprachinsel Sappada (Bladen) sowie die „Valle del Blois“ (recte: Valle del Biois) genannt (S. 156, 608 u. 610). Unzutreffend auch z.B. Luns Anmerkungen über die Einbeziehung des Fassatales in die deutsch-italienischen Umsiedlungsvereinbarungen (S. 23); ebenso irrig über Wolfgang Steinacker, der nicht etwa die Abteilung „Wissenschaft“ (S. 233; vgl. S. 106) im Obersten Kommissariat leitete, sondern die Unterabteilung „Kunst- und Denkmalschutz“, und nicht „ab der zweiten Septemberhälfte des Jahres 1943“ (S. 232) die Leitung, sondern vielmehr die stellvertretende Leitung der überhaupt erst am 28.4.1944 gegründeten Arbeitsgemeinschaft für Landes- und Volksforschung Südtirol innehatte.

[7] Siehe dazu jüngst: Stefan Lechner, Faschistenbeil mit Scharten. Der PNF im „Hochetsch“, in: Andrea Bonoldi / Hannes Obermair (Hg.), Tra Roma e Bolzano. Nazione e provincia nel Ventennio fascista / Zwischen Rom und Bozen. Staat und Provinz im italienischen Faschismus, Bozen 2006, S. 31-42.

[8] Siehe beispielsweise S. 76: „In einem Memorandum [...], das anläßlich des Attentats auf Hitler […] verübt wurde, ist zu lesen [...].“.

[9] So etwa S. 40: „In Bozen wurde [von Italienern] eine deutsche Fernsprechleitung [...] durchgeschnitten, obwohl Hitler [...] entschieden hatte, daß ‚[...] nur eine gemischte Kampftruppe der 21. Panzerdivision [...] in Italien’ einrücken solle.“.

[10] Siehe S. 32/30, S. 127/101, S. 128/103, S. 128/101 f., S. 129/126, S. 135/128, S. 190/178, S. 222 f./209 f., S. 257/172, S. 266/147, S. 309/297, S. 368/366 und S. 428/315.

[11] Vgl. z.B. S. 467, Anm. 231 u. 235, S. 468, Anm. 260 u. 267, S. 475, Anm. 550 und S. 491, Anm. 1209.

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